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Mietwagen Island: Kompletter Guide für Planung & Buchung

Ein Mietwagen ist in Island kein Luxus – er ist die Grundvoraussetzung für eine selbstbestimmte Reise. Das Land besitzt kaum öffentlichen Nah- und Fernverkehr außerhalb von Reykjavik, und die beeindruckendsten Orte liegen abseits jeder Busverbindung. Wer Island wirklich erleben will, fährt selbst. Welches Fahrzeug, welche Versicherung, welche Straßen – das entscheidet darüber, ob die Reise entspannt oder teuer endet.

Kurz zusammengefasst

Für die Ringstraße reicht ein einfaches PKW-Modell mit ordentlicher Bodenfreiheit. Wer ins Hochland will oder F-Straßen plant, braucht zwingend ein zugelassenes 4×4-Fahrzeug. Versicherungen wie SCDW, Gravel Protection und SAAP sind in Island keine Marketing-Extras – sie decken Schäden, die sonst schnell vierstellige Rechnungen bedeuten. Frühzeitig buchen spart erheblich, besonders im Sommer.

⚠ Wichtiger Hinweis

Schäden durch Schotterwurf, Sand, Asche oder Flüsse sind in Island nicht durch Standard-CDW abgedeckt. Wer ohne passende Zusatzversicherung unterwegs ist und auf einer Schotterstraße das Glas beschädigt bekommt, zahlt diesen Schaden vollständig selbst – unabhängig vom Verschulden.

Das Wichtigste in Kürze

  • 4×4 ist Pflicht für alle F-Straßen und Hochlandrouten
  • CDW allein reicht nicht – Gravel und SAAP prüfen
  • Die Ringstraße ist mit einem normalen PKW fahrbar
  • Hauptsaison (Juni–August): Preise explodieren, früh buchen
  • Tankstellen in abgelegenen Regionen sind selten – Tankstand immer im Blick
  • Einspurige Brücken und F-Straßen-Furten verlangen besondere Vorsicht
  • Mindestalter bei den meisten Anbietern: 20–23 Jahre, je nach Fahrzeugklasse
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Markus Thrane
Reiseredakteur & Island-Kenner | 7 Islandreisen, davon 4 als Mietwagen-Rundreise
„Ich habe meinen ersten Mietwagen in Island ohne Gravel Protection gebucht – weil ich dachte, das sei ein unnötiger Aufpreis. Drei Tage später hatte ich einen Riss in der Windschutzscheibe auf der Straße nach Landmannalaugar. Die Lektion hat mich 380 Euro gekostet. Seitdem buche ich immer mit vollem Schutzpaket.“

Inhaltsverzeichnis

Warum brauche ich einen Mietwagen für Island?

Island besitzt kein flächendeckendes ÖPNV-Netz. Ohne eigenes Fahrzeug bleiben die meisten Sehenswürdigkeiten außerhalb von Reykjavik unerreichbar.

Busse verbinden in der Hauptsaison zwar einige Highlights der Ringstraße, aber kaum flexibel und mit starren Abfahrtszeiten. Wer spontan auf einen Aussichtspunkt abbiegen, an einem Wasserfall anhalten oder bei gutem Wetter eine Route ändern möchte, ist auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen. Das ist in Island schlicht die Realität – nicht meinungsabhängig.

Dazu kommt, dass viele der bekanntesten Orte – Þórsmörk, Landmannalaugar, der Kerlingarfjöll – nur über Hochlandpisten erreichbar sind. Ohne Mietwagen existieren sie für den normalen Besucher schlicht nicht.

Welches Fahrzeug ist das richtige für meine Island-Reise?

Die Fahrzeugwahl hängt von der geplanten Route ab – nicht von persönlichen Vorlieben. Ringstraße: PKW. Hochland oder F-Straßen: 4×4 ohne Kompromiss.

Viele Reisende unterschätzen, wie drastisch sich Straßenverhältnisse in Island von Tag zu Tag ändern können. Selbst auf der Ringstraße können Abschnitte im Winter oder Frühjahr kurzfristig zu Herausforderungen werden. Ein kompakter SUV mit guter Bodenfreiheit ist dabei oft der sinnvollste Kompromiss für alle, die keine extremen Pisten planen.

Wann benötige ich ein 4×4-Fahrzeug in Island?

Sobald F-Straßen, Hochlandpisten oder Flussdurchquerungen auf dem Plan stehen, ist ein zugelassenes 4×4-Fahrzeug Pflicht – gesetzlich und mietvertraglich.

Das ist keine Empfehlung, sondern Vertragsbestandteil. Wer eine F-Straße mit einem Kleinwagen befährt, verliert den Versicherungsschutz vollständig – egal welches Paket gebucht wurde. Manche Pisten sehen auf den ersten Metern harmlos aus und werden dann ohne Vorwarnung zur echten Geländeherausforderung.

Reicht ein Kleinwagen für die Ringstraße aus?

Ja – für die Route 1 (Ringstraße) ist ein normaler PKW grundsätzlich ausreichend, sofern keine Hochlandabstecher geplant sind.

Im Sommer fahren Tausende Reisende problemlos mit Kleinwagen durch Island. Im Herbst oder Winter sieht das anders aus. Dann kann selbst die Ringstraße glatte Abschnitte, starken Wind und Sichtprobleme bieten. In der Nebensaison ist ein Fahrzeug mit Allrad und Winterreifen deutlich entspannter – auch wenn es kein Muss ist.

Was sind F-Straßen und darf ich diese mit jedem Mietwagen befahren?

F-Straßen sind offiziell klassifizierte Hochlandpisten, die nur für zugelassene 4×4-Fahrzeuge freigegeben sind. Standard-PKW sind dort nicht erlaubt.

Die „F“ stehende Kennung im isländischen Straßennetz markiert Pisten, die mit normalen Mietwagen definitiv nicht befahren werden dürfen – weder rechtlich noch versicherungstechnisch. Wer es trotzdem tut, zahlt bei Schäden oder Bergungskosten selbst. Und Bergungskosten in abgelegenen Hochlandregionen können fünfstellig werden.

Expert Insight: F-Straßen und Furten

F-Straßen enthalten oft Flussdurchquerungen (Furten), die weder markiert noch beschildert sind. Vor jeder Durchquerung sollte man aussteigen, die Tiefe prüfen und Strömung einschätzen. Fahrzeuge werden nicht selten von der Strömung erfasst. Kein Bild ist dieses Risiko wert.

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Welche Mietwagen-Versicherungen brauche ich wirklich in Island?

CDW ist Pflicht, aber in Island bei weitem nicht ausreichend. Gravel Protection und SAAP sind keine Extras – sie sind notwendige Absicherungen gegen typische Islandschäden.
Versicherung Was sie abdeckt Empfehlung
CDW (Collision Damage Waiver) Kollisionsschäden, Unfälle Pflichtbestandteil, immer inklusive
SCDW (Super CDW) Reduziert oder eliminiert Selbstbeteiligung Sehr empfehlenswert
Gravel Protection Schotterschlag, Steinschlag, Windschutzscheibenrisse Pflicht bei Schotterstraßen
Sand and Ash Protection (SAAP) Sand- und Ascheschäden an Lack und Unterboden Empfohlen, besonders Süd- und Hochland
Theft Protection Diebstahl des Fahrzeugs Meist sinnvoll

Was deckt die CDW-Versicherung ab und reicht sie aus?

CDW deckt klassische Kollisionsschäden ab – also Unfälle, bei denen das Fahrzeug mit einem anderen Objekt kollidiert. Sandpartikel, Steine auf Schotterpisten oder vulkanische Asche fallen nicht darunter. Wer ausschließlich auf asphaltierten Straßen fährt und nicht durch Hochlandregionen reist, kann damit auskommen. Für den durchschnittlichen Island-Reisenden ist das aber eher selten die Realität.

Brauche ich die Gravel Protection Versicherung?

Auf Island führt kaum ein Weg an Schotterstraßen vorbei – selbst auf der Ringstraße gibt es kurze Abschnitte. Und sobald ein entgegenkommendes Fahrzeug mit 80 km/h vorbeifährt und Schotter aufwirbelt, kann die Windschutzscheibe einen Riss bekommen. Ohne Gravel Protection zahlt man das vollständig selbst. Der Aufpreis für diese Versicherung ist gemessen am Risiko gering.

Was ist die Sand and Ash Protection und wann ist sie sinnvoll?

Island ist vulkanisch aktiv. In bestimmten Regionen – vor allem im Süden und in der Hochlandumgebung – peitscht Sand und feine Vulkanasche bei Wind gegen das Fahrzeug. Das hinterlässt Kratzer im Lack, die ohne SAAP vollständig auf Rechnung des Mieters gehen. Wer zwischen September und April reist oder den Süden ausgiebig bereist, sollte diese Versicherung ernsthaft in Betracht ziehen.

Lohnt sich eine Vollkasko ohne Selbstbeteiligung?

Ja – wenn man die einzelnen Zusatzoptionen zusammenrechnet, ist ein Vollpaket bei vielen Anbietern nicht teurer als mehrere Einzelversicherungen. Es gibt zusätzlich ein ruhiges Gewissen, was auf einer Abenteuerreise durchaus seinen Wert hat.

Wo buche ich meinen Mietwagen für Island am besten?

Direkt bei isländischen Anbietern oder über spezialisierte Vergleichsportale. Internationale Ketten sind in Island oft teurer und weniger auf lokale Bedingungen abgestimmt.

Anbieter wie Blue Car Rental oder Northbound kennen die lokalen Straßenverhältnisse, bieten passende Versicherungspakete und haben Erfahrung mit den spezifischen Anforderungen, die Island ans Fahrzeug stellt. Internationale Ketten bieten zwar Loyalitätsprogramme, aber oft weniger transparente Zusatzleistungen und eingeschränkte Fahrzeugqualität in dieser Nische.

Sollte ich direkt am Flughafen Keflavik oder in Reykjavik abholen?

Der Flughafen Keflavik ist praktisch, wenn man direkt nach der Ankunft losfahren möchte – und das ist bei den meisten Reisenden sinnvoll. Die Abholung in Reykjavik ergibt Sinn, wenn man die erste Nacht in der Stadt verbringt und keinen Wagen im Stadtverkehr benötigt. Viele Anbieter haben Shuttles vom Flughafen zum Stadtbüro.

Wann ist die beste Zeit um einen Mietwagen für Island zu buchen?

So früh wie möglich. Im Sommer – besonders Juli – sind Fahrzeuge bereits Monate vorher ausgebucht. Wer im August reist und im Mai noch nicht gebucht hat, findet oft nur noch teure Restkontingente oder unpassende Fahrzeugklassen. Im Winter ist die Situation entspannter, aber Allradfahrzeuge mit Winterbereifung sind dennoch begehrt.

Wie viel kostet ein Mietwagen in Island durchschnittlich?

Fahrzeugklasse Hauptsaison (tägl.) Nebensaison (tägl.)
Kleinwagen (2WD) 60–100 € 35–60 €
Kompakt-SUV (4×4) 100–180 € 60–110 €
Mittelklasse 4×4 150–250 € 90–160 €
Großer 4×4 / Camper 200–400 € 130–220 €

Welche Kosten kommen zusätzlich zur Mietwagenmiete auf mich zu?

  • Versicherungspakete: 15–50 € täglich je nach Umfang
  • Kraftstoff: ca. 1,80–2,20 € pro Liter (Benzin/Diesel)
  • Tunnel- und Fährmaut bei bestimmten Routen
  • Junger-Fahrer-Zuschlag bei unter 23 Jahren
  • Winterausrüstungs-Zuschlag in der Nebensaison

Gibt es Maut oder Straßengebühren in Island?

Flächendeckende Maut gibt es in Island nicht. Es gibt jedoch kostenpflichtige Tunnel – etwa den Héðinsfjarðargöng im Norden – sowie einzelne Fährverbindungen auf bestimmten Routen. Diese Kosten sind überschaubar, sollten aber beim Budget eingeplant werden.

Was muss ich bei der Routenplanung mit dem Mietwagen beachten?

Distanzen in Island täuschen. Auf der Karte sehen 150 Kilometer einfach aus – auf Schotterpisten oder bei Wind dauern diese Strecken deutlich länger als erwartet.

Die goldene Regel lautet: weniger planen, mehr erleben. Wer jeden Tag zu eng plant, verliert die Flexibilität, die Island eigentlich bietet. Ein Wetterfenster für Nordlichter, ein spontaner Stopp am Gletscher, eine Umleitung wegen gesperrter Straße – das alles kostet Zeit, die man einplanen sollte.

Wie plane ich die Ringstraße mit dem Mietwagen?

Die Ringstraße (Route 1) umrundet Island auf etwa 1.330 Kilometern. Sie ist fast vollständig asphaltiert und gut ausgeschildert. Die meisten Reisenden fahren die Strecke im Uhrzeigersinn, also Richtung Süden zuerst. Übernachtungen sollten in der Hauptsaison vorab gebucht werden – spontane Unterkünfte sind im Hochsommer kaum verfügbar.

Wie viele Tage sollte ich für die komplette Ringstraße einplanen?

Sieben Tage sind das absolute Minimum – und dann ist die Reise eher ein Sprint als ein Erlebnis. Zehn bis vierzehn Tage erlauben einen entspannten Rhythmus mit Abzweigungen, Stopps und Wetterpuffern. Für die meisten Reisenden sind zwölf Tage der ideale Kompromiss.

Wann sind die F-Straßen ins Hochland geöffnet?

In der Regel öffnen die F-Straßen zwischen Ende Juni und Anfang Juli, manchmal erst im Juli. Das hängt vom Schnee des jeweiligen Winters ab. Die offiziellen Öffnungszeiten veröffentlicht die isländische Straßenbehörde Vegagerðin auf road.is. Wer vor Juli Hochlandpläne hat, sollte diese täglich prüfen.

Was muss ich beim Fahren auf Schotterstraßen beachten?

Tempo reduzieren, Abstand halten, nie überholen. Schotterwurf entgegenkommender Fahrzeuge ist die häufigste Schadensursache auf Islandreisen.
  • Auf Schotter max. 60 km/h, auf engen Pisten deutlich weniger
  • Bei entgegenkommendem Verkehr verlangsamen und Abstand halten
  • Nie auf losem Untergrund scharf bremsen – Fahrzeug seitlich ausweichen
  • Reifendruck regelmäßig prüfen, besonders nach langen Schotterabschnitten
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Wie gehe ich mit einspurigen Brücken in Island um?

Single Lane Bridges sind in Island alltäglich – und sie erfordern gegenseitige Rücksicht. Wer die Brücke zuerst erreicht, fährt zuerst. Wer schon auf der Brücke ist, hat Vorfahrt. Auf keinen Fall auf die Brücke fahren, wenn bereits ein Fahrzeug drauf ist. Das klingt selbstverständlich, führt aber im Reisestress immer wieder zu brenzligen Situationen.

Darf ich mit dem Mietwagen durch Flüsse fahren?

Nein – zumindest nicht ohne ausdrückliche vertragliche Freigabe und geeignetes Fahrzeug. Flussdurchquerungen (Furten) auf F-Straßen sind nur mit zugelassenen 4×4-Fahrzeugen erlaubt. Selbst dann gilt: Vor jeder Furt aussteigen, Tiefe und Strömung prüfen. Fahrzeuge sind in Island schon bei 50 Zentimetern Wassertiefe gefährdet, wenn die Strömung stark ist.

Welche Verkehrsregeln gelten in Island?

Island gilt im internationalen Vergleich als sicheres Reiseland – aber die Verkehrsregeln werden streng durchgesetzt und Bußgelder sind empfindlich hoch.

Welche Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es in Island?

  • Innerorts: 50 km/h
  • Außerorts (Asphalt): 90 km/h
  • Außerorts (Schotter): 80 km/h (in der Praxis deutlich weniger empfohlen)
  • Alkohol am Steuer: Null-Toleranz bei 0,5 Promille Grenzwert
  • Licht: Abblendlicht ist in Island immer Pflicht – auch tagsüber

Ist das Tanken in Island teuer und wo finde ich Tankstellen?

Ja – Kraftstoff ist in Island spürbar teurer als in Zentraleuropa. N1-Tankstellen sind das landesweite Netz mit der größten Verbreitung. In abgelegenen Regionen – zum Beispiel auf dem Weg durch das Hochland oder in den Westfjorden – können Tankstellen 100 Kilometer oder mehr auseinanderliegen. Immer mit vollem Tank starten, wenn man abgelegene Regionen plant.

Wie funktionieren die Tankstellen in Island?

An den meisten Tankstellen kann man rund um die Uhr tanken – aber nur mit Kreditkarte und PIN. Kreditkarten ohne PIN funktionieren an Automaten oft nicht. Am besten vor der Reise sicherstellen, dass die eigene Karte einen PIN besitzt. Einige Tankstellen in Kleinstädten haben auch Kassenzeiten, in denen man bar oder mit Karte an der Kasse zahlt.

Was muss ich beim Autofahren im isländischen Winter beachten?

Winterfahrten in Island erfordern Erfahrung, Vorbereitung und ein Fahrzeug mit Winterausrüstung. Kurze Tage, vereiste Straßen und Blizzards können Strecken innerhalb von Stunden unfahrbar machen.

Die Wetterbedingungen im isländischen Winter ändern sich schnell. Was morgens noch eine klare Straße war, kann nachmittags unter Schnee und Eis liegen. Die Webseite road.is und die App Vedur (isländischer Wetterdienst) sind essenziell für tägliche Streckenplanung. Straßensperrungen werden dort in Echtzeit angezeigt.

Brauche ich Winterreifen oder Spikes für Island?

Von November bis April schreibt Island Winterreifen gesetzlich vor. Die meisten Mietwagenfirmen rüsten ihre Fahrzeuge in dieser Zeit entsprechend aus. Spikes (Spikesreifen) sind auf Eis deutlich sicherer, aber nicht überall erlaubt oder verfügbar. Bei der Buchung explizit nachfragen, ob das Fahrzeug mit Winterreifen oder Spikes ausgestattet ist.

Wie gefährlich ist der Wind beim Autofahren in Island?

Sehr gefährlich – und das wird von Reisenden regelmäßig unterschätzt. Island verzeichnet Windböen, die Fahrzeuge von der Straße drücken können. Besonders gefährdet sind Brücken, offene Küstenabschnitte und Hochplateaus. Bei Sturmwarnung gilt: stehen bleiben. Kein Foto und keine Aussicht rechtfertigen das Risiko. Die Straßenbehörde sperrt bei extremem Wind Straßen aktiv.

Was mache ich bei einem Unfall oder einer Panne?

Pannennummer des Mietwagenanbieters notieren, Fotos sichern und keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Anbieter Reparaturen veranlassen.

Jeder Anbieter stellt eine Notfallnummer zur Verfügung. Vor der Abfahrt diese Nummer im Handy speichern – nicht erst im Handschuhfach suchen müssen. Bei einem Unfall: Polizei (Notruf 112 in Island), Mietwagenanbieter und Fotos des Schadens. Ohne Unfallbericht der Polizei kann die Versicherung Leistungen verweigern.

Welche Apps helfen mir bei der Navigation und Routenplanung?

  • road.is – offizielle Straßeninformationen, Sperrungen, Kameras
  • Vedur – isländischer Wetterdienst mit Echtzeit-Wetterkarte
  • Maps.me – offline nutzbare Karten mit Schotterstraßen
  • Google Maps – gut für Hauptstraßen, aber F-Straßen oft unvollständig
  • 112 Iceland – Sicherheits-App der isländischen Rettungsbehörde

Führerschein, Mindestalter und praktische Buchungsfragen

Muss ich ein Mindestalter für die Anmietung erfüllen?

Die meisten isländischen Mietwagenunternehmen verlangen ein Mindestalter von 20 Jahren für Standardfahrzeuge. Für 4×4-Fahrzeuge liegt die Grenze häufig bei 23 oder sogar 25 Jahren. Junge Fahrer zwischen 20 und 23 Jahren zahlen in der Regel einen täglichen Aufpreis (Young Driver Surcharge).

Welchen Führerschein benötige ich?

Ein gültiger EU-Führerschein wird in Island anerkannt. Reisende aus Nicht-EU-Ländern benötigen zusätzlich einen internationalen Führerschein. Der Führerschein muss bei der Abholung im Original vorliegen – Fotos oder Kopien werden nicht akzeptiert.

Wie vermeide ich versteckte Kosten bei der Mietwagenbuchung?

  • Alle Versicherungsoptionen vor Buchung vergleichen – nicht erst am Schalter entscheiden
  • Kraftstoffregelung klären: Voll-zu-voll ist das fairste Modell
  • Kilometerstand: Unlimitierte Kilometer wählen, isländische Routen sind lang
  • Fahrzeug bei Abholung gründlich fotografieren – jeden Kratzer dokumentieren
  • Kreditkartenlimit prüfen: Bei Abholung wird oft eine Kaution blockiert

Häufige Fragen

Kann ich das Hochland Island ohne 4×4 bereisen?
Nein. Das Hochland ist ausschließlich über F-Straßen erreichbar, die nur für zugelassene 4×4-Fahrzeuge freigegeben sind. Mit einem normalen PKW verliert man den Versicherungsschutz vollständig und riskiert kostspielige Bergungsaktionen.

Wie weit im Voraus sollte ich einen Mietwagen für Island buchen?
Für die Hauptsaison (Juni–August) mindestens drei bis sechs Monate im Voraus. Im Winter sind Buchungen zwei bis vier Wochen vorher meist noch möglich, allerdings kann die Auswahl bei 4×4-Fahrzeugen eingeschränkt sein.

Ist eine Kreditkarte für die Mietwagen-Abholung in Island Pflicht?
Ja, fast alle Anbieter verlangen eine Kreditkarte für die Kautionsblockierung. Debitkarten werden in der Regel nicht akzeptiert. Das Limit sollte hoch genug sein – Kautionen liegen oft bei 1.000–3.000 Euro.

Kann ich den Mietwagen auch nur für einzelne Tagesausflüge von Reykjavik buchen?
Ja. Viele Anbieter vermieten auch für einzelne Tage. Das ist besonders sinnvoll für den Goldenen Zirkel oder die Südküste. Für kurze Aufenthalte von zwei bis vier Tagen lohnt sich ein Mietwagen deutlich mehr als organisierte Touren.

Was sollte als Notfallausrüstung im Mietwagen vorhanden sein?
Warndreieck, Verbandskasten, Warnweste und Reserverad oder Reifendichtmittel sind Basisausstattung. In Island empfehlen sich zusätzlich warme Kleidung, Wasser, Snacks und eine Powerbank – Pannen in abgelegenen Gebieten können stundenlange Wartezeiten bedeuten.

Island belohnt Vorbereitung. Wer das richtige Fahrzeug wählt, die passenden Versicherungen bucht und die Eigenheiten der isländischen Straßen respektiert, erlebt eine Freiheit, die kaum ein anderes Reiseland in Europa bietet. Das Land ist kein Selbstläufer – aber wer sich gut vorbereitet, findet dort genau das: unberührte Landschaften, unvergessliche Routen und das Gefühl, wirklich angekommen zu sein.
Redaktion
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