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Mietwagen Island: Kompletter Guide mit allen Tipps & Ideen

Ein Mietwagen in Island ist das flexibelste Fortbewegungsmittel für Selbstfahrer-Rundreisen – aber die Wahl des richtigen Fahrzeugs, die passenden Versicherungen und das Verständnis für isländische Straßenverhältnisse entscheiden darüber, ob die Reise entspannt oder stressig wird. Island hat eigene Regeln, eigene Gefahren und eine Infrastruktur, die Reisende aus Mitteleuropa oft überrascht.

Kurz zusammengefasst

  • Für die Ringstraße reicht ein normaler PKW im Sommer – für F-Straßen ist ein 4×4 Pflicht.
  • Steinschlag- und Sandversicherung sind in Island keine Luxus-Extras, sondern sinnvoller Schutz.
  • Kreditkarte für Kaution und Tanken ist unverzichtbar – Bargeld hilft kaum weiter.
  • Hochlandrouten öffnen erst ab Juni/Juli und schließen im September wieder.
  • Frühbucher sparen bis zu 40 % gegenüber spontaner Buchung vor Ort.
Wichtiger Hinweis: Das Befahren von F-Straßen mit einem normalen PKW oder 2WD-Fahrzeug ist in Island nicht nur verboten, sondern kann zum vollständigen Verlust des Versicherungsschutzes führen. Mietwagenfirmen lehnen Schadensregulierungen in solchen Fällen komplett ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ringstraße: normaler PKW oder kleiner SUV reicht im Sommer
  • F-Straßen & Hochland: 4×4 mit Allradantrieb zwingend erforderlich
  • Winterfahrten: Fahrzeuge mit Winterreifen/Spikes buchen, nie ohne
  • Versicherungen: CDW + Steinschlag + Sand/Asche sinnvoll kombinieren
  • Kaution: 200–1.500 € je nach Fahrzeugklasse, immer per Kreditkarte
  • Wichtigste App: road.is für aktuelle Straßensperrungen

„Ich habe Island dreimal mit unterschiedlichen Fahrzeugen bereist – einmal mit einem Kleinwagen auf der Ringstraße im August, einmal mit einem Defender im Oktober durchs Hochland, einmal mit einem Campervan im Februar. Jede Kombination hat ihre eigene Logik. Wer glaubt, man könne Island ‚einfach so‘ mit irgendeinem Mietwagen erkunden, unterschätzt das Land erheblich. Gleichzeitig ist es kein Hexenwerk, wenn man weiß, worauf es ankommt.“

Markus Reindl
Reisejournalist und Outdoorautor, spezialisiert auf Nordeuropa und Selbstfahrer-Expeditionen. Schreibt seit 12 Jahren für deutschsprachige Reisemagazine und hat Island in allen vier Jahreszeiten bereist.

Welchen Mietwagen brauche ich für Island?

Die Fahrzeugwahl hängt von Route, Jahreszeit und geplanten Straßentypen ab – nicht jede Reise erfordert einen teuren 4×4.

Das häufigste Missverständnis: Viele Reisende buchen automatisch einen Geländewagen, obwohl sie ausschließlich auf asphaltierten Straßen fahren. Für eine klassische Ringstraßen-Rundreise im Sommer ist ein kompakter SUV oder sogar ein normaler Mittelklasse-PKW absolut ausreichend. Anders sieht es aus, sobald Hochlandpisten, Flussdurchquerungen oder abgelegene Fjordstraßen auf dem Plan stehen.

Die wichtigsten Fahrzeugkategorien im Überblick: Kleinwagen eignen sich für kurze Sommerreisen auf der Route 1, mittelgroße SUVs decken den Großteil komfortabler Rundreisen ab, hochgeländegängige 4×4-Fahrzeuge wie Landcruiser oder Defender sind für F-Straßen unersetzlich, und Campervans bieten eine eigene Flexibilität mit erhöhten Anforderungen an Fahrkomfort und Stellplatzplanung.

Reicht ein normaler PKW für die Ringstraße in Island?

Ja – die Ringstraße (Route 1) ist vollständig asphaltiert und im Sommer problemlos mit einem 2WD-Fahrzeug befahrbar.

Die Route 1 umrundet Island auf knapp 1.340 Kilometern und ist die am besten ausgebaute Straße des Landes. Im Sommer zwischen Mai und September gibt es hier keine besonderen Anforderungen ans Fahrzeug. Ein Kleinwagen kommt durch. Was viele unterschätzen: Einige der schönsten Sehenswürdigkeiten liegen direkt an der Ringstraße oder auf kurzen Asphaltzufahrten – kein Allrad nötig.

Wer jedoch spontan auf Schotterstraßen (sogenannte F-Straßen oder einfache Nebenwege) abbiegen möchte, sollte das mit dem Mietvertrag im Hinterkopf tun. Viele Standardfahrzeuge sind vertraglich auf asphaltierte Straßen beschränkt.

Wann brauche ich einen 4×4 Mietwagen in Island?

Sobald F-Straßen, Flussdurchquerungen, Winterfahrten oder abgelegene Westfjorde auf dem Programm stehen, ist ein 4×4 Pflicht – keine Option.

Die Entscheidung ist einfacher als gedacht: Wenn auf dem Reiseplan Orte wie das Hochland (Landmannalaugar, Askja, Kjölur-Route), die abgelegeneren Teile der Westfjorde oder Herbst- und Winterfahrten stehen, kommt man ohne echten Allradantrieb nicht weit. Flussdurchquerungen – in Island „ford crossings“ genannt – sind selbst auf manchen ausgeschilderten Routen Realität und können bei falscher Einschätzung ein Fahrzeug komplett ruinieren.

Wichtig: Nicht jeder SUV ist ein echter 4×4. Viele Mietwagenfirmen unterscheiden zwischen AWD (automatischer Allrad, nicht für Flussdurchquerungen geeignet) und echtem 4WD mit Untersetzungsgetriebe. Vor der Buchung lohnt sich ein genauer Blick auf die technischen Daten.

Expert Insight: AWD ≠ 4WD

Fahrzeuge mit permanentem Allradantrieb (AWD) wie viele Subaru- oder Skoda-Modelle sind für gute Schotterpisten ausreichend, aber nicht für tiefe Flussdurchquerungen oder schweres Gelände geeignet. Echter 4WD mit manueller Zuschaltung und hoher Bodenfreiheit ist für F-Straßen der Standard. Im Zweifelsfall immer beim Mietwagenunternehmen nachfragen, ob das Fahrzeug für die geplante Route freigegeben ist.

Was sind F-Straßen und darf ich sie mit jedem Mietwagen befahren?

F-Straßen sind unbefestigte Hochlandpisten, die ausschließlich mit zugelassenen 4×4-Fahrzeugen befahren werden dürfen – und das ist gesetzlich geregelt.

Das „F“ steht für „fjallvegur“ – Bergstraße. Diese Pisten führen durch das isländische Hochland und sind oft nur für wenige Monate im Jahr geöffnet. Sie sind unasphaltiert, häufig mit tiefen Furten gespickt und verlangen dem Fahrzeug wie dem Fahrer einiges ab. Wer ein Nicht-4×4-Fahrzeug auf eine F-Straße bewegt, riskiert nicht nur das Fahrzeug, sondern verliert jeglichen Versicherungsschutz – unabhängig davon, was vorher vereinbart wurde.

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Aktuelle Öffnungsstatus von F-Straßen lassen sich täglich auf road.is prüfen. Diese Seite ist in Island so selbstverständlich wie Google Maps anderswo.

Wie unterscheiden sich Mietwagen-Anforderungen zwischen Sommer und Winter?

Im Winter sind Winterreifen (teils Spikes) Pflicht, die Fahrzeugwahl gravierender und viele Routen schlicht nicht verfügbar.

Wer Island im November bis März bereist, bewegt sich in einem anderen Land als Sommertouristen. Nicht nur das Wetter – auch die Verfügbarkeit von Straßen, Sehenswürdigkeiten und Dienstleistungen unterscheidet sich stark. Im Winter sollte das Mietfahrzeug zwingend mit Winterreifen ausgestattet sein; Spikes-Reifen sind auf Eis deutlich effektiver als normale Winterpneus. Die meisten seriösen Mietwagenfirmen statten ihre Winterflotte entsprechend aus, aber nachfragen schadet nicht.

Außerdem: Im Winter kann eine Straße am Morgen noch offen und am Nachmittag wegen Schneesturm gesperrt sein. Flexibilität und tägliche Routenprüfung sind keine Option, sondern Notwendigkeit.

Reisezeitraum Empfohlener Fahrzeugtyp Besonderheiten
Juni – August PKW, Kompakt-SUV Ringstraße problemlos, F-Straßen nur mit 4×4
September – Oktober SUV oder 4×4 Wetter unberechenbar, erste Wintereinbrüche möglich
November – März 4×4 mit Winterreifen/Spikes Hochland gesperrt, Ringstraße teils eingeschränkt
April – Mai SUV empfohlen Wechselhaft, F-Straßen noch geschlossen

Was kostet ein Mietwagen in Island durchschnittlich?

Kleinstwagen ab ca. 40–60 € pro Tag, 4×4-Fahrzeuge 100–250 € pro Tag – Hochsaison und Spontanbuchung verdoppeln die Preise schnell.

Island ist kein günstiges Reiseland, und das gilt für Mietwagen besonders. Die Preisspreizung ist enorm: Ein einfacher Kleinwagen in der Nebensaison kann bei Frühbuchung günstig sein, während ein Landcruiser im Juli kurzfristig gebucht schnell 300 € pro Tag kostet. Versicherungen, Zusatzfahrer und Kindersitze kommen noch dazu.

Wer ein realistisches Budget plant, sollte Fahrzeugmiete, alle Versicherungen und Tankkosten separat kalkulieren. Letztere sind in Island spürbar höher als in Deutschland – dazu später mehr.

Wann und wo buche ich am günstigsten?

Frühbucher mit 3–6 Monaten Vorlauf zahlen deutlich weniger – direkter Vergleich über Plattformen wie Rentalcars, Discovercars oder direkt beim isländischen Anbieter lohnt sich.

Die Erfahrung zeigt: Wer im März für eine Julireise bucht, zahlt teils 30–40 % weniger als jemand, der vier Wochen vorher bucht. Plattformen wie Rentalcars.com oder Discovercars.com aggregieren viele Anbieter und bieten eine gute Vergleichsbasis. Direkte Buchungen bei isländischen Firmen wie Northbound, Lotus Cars oder Saga Car Rental sind manchmal günstiger und bieten besseren lokalen Service.

Vergleichsportale haben Tücken: Nicht alle inkludierten Versicherungen sind deckungsgleich. Der günstigste Preis ist selten der günstigste Gesamtpreis, wenn man Steinschlag- und Sandversicherung noch hinzubucht.

Lohnt sich ein Campervan statt eines normalen Mietwagens?

Für Paare oder Gruppen mit Camping-Affinität ja – aber nur außerhalb des Winters und mit realistischen Erwartungen ans isländische Wetter.

Ein Campervan spart Übernachtungskosten, gibt maximale Flexibilität und hat einen eigenen Charme – das ist der Vorteil. Der Nachteil: Isländische Campingplätze haben feste Saisons, die Infrastruktur für Camper ist außerhalb der Hauptsaison lückenhaft, und im Winter ist Campervaning nichts für Ungeübte. Außerdem gilt: Wilder Campingplatz abseits offizieller Plätze ist in Island zunehmend eingeschränkt und an vielen Orten verboten.

Wer eine 10-tägige Sommerreise plant und den Reiz der Unabhängigkeit schätzt, fährt mit einem gut ausgestatteten Campervan fantastisch. Wer Komfort priorisiert, ist mit Hotel plus Mietwagen oft glücklicher – und günstiger.

Welche Versicherungen brauche ich wirklich?

CDW ist Pflicht, Steinschlagschutz (SCDW) und Sandversicherung sind in Island nahezu unverzichtbar – alles andere je nach Risikobereitschaft.

Island ist das einzige Land der Welt, wo Steinschlagversicherung und Sandschutz (SAAP – Sand and Ash Protection) eigenständige Versicherungsprodukte sind. Das liegt an den geologischen Gegebenheiten: Schotterpisten schleudern Steine gegen die Windschutzscheibe, Sandstürme im Süden können Fahrzeuglackierungen innerhalb von Minuten beschädigen. Die Standard-CDW deckt beides in der Regel nicht ab.

Expert Insight: Versicherungs-Realität in Island

Ein einziger Steinschlag auf der Windschutzscheibe kostet ohne SCDW schnell 500–800 €. Eine beschädigte Frontscheibe ist der häufigste Schaden bei Island-Mietwagen. Wer die SCDW für ca. 10–15 € pro Tag als unnötig empfindet, sollte das Budget für den Selbstbehalt einplanen. Die Ascheversicherung (SAAP) ist besonders bei Fahrten durch den Süden und in aktiven Vulkangebieten sinnvoll.

Was ist bei Führerschein, Mindestalter und Zusatzfahrern zu beachten?

Der deutsche Führerschein gilt in Island uneingeschränkt. Mindestalter ist meist 20–23 Jahre je nach Fahrzeugklasse, Zusatzfahrer kosten 5–15 € pro Tag extra.

Island ist Teil des Europäischen Wirtschaftsraums, ein EU-Führerschein wird problemlos anerkannt. Für größere Fahrzeugklassen und 4×4-Fahrzeuge verlangen manche Anbieter ein Mindestalter von 23 oder sogar 25 Jahren – das lohnt sich vorab zu prüfen. Wer mit Partner fährt und abwechseln möchte, muss den Zusatzfahrer beim Abschluss des Mietvertrags eintragen lassen. Nicht eingetragene Fahrer sind im Schadensfall nicht versichert.

Was muss ich bei der Fahrzeugübernahme beachten?

Jeden Kratzer, jede Delle und jede Scheibenmacke vor der Abfahrt dokumentieren – am besten mit eigenem Video auf dem Smartphone.

Dieser Schritt wird von vielen unterschätzt, bis es zu spät ist. Das Übergabeprotokoll des Mietwagenunternehmens reicht oft nicht für alle Vorschäden. Ein eigenes Video rund ums Fahrzeug – inklusive Dachbereich und Unterboden soweit möglich – ist bares Geld wert, wenn bei der Rückgabe plötzlich ein „neuer“ Schaden reklamiert wird. Klingt paranoid, ist aber nach allem, was man hört, Standard-Empfehlung unter Vielreisenden.

Wie funktioniert das Tanken in Island?

Tanken in Island ist selbstverständlich, aber teuer – Benzin kostet ca. 230–270 ISK pro Liter, und außerhalb der Hauptorte braucht man eine PIN-Kreditkarte.

Die großen Tankstellenketten heißen Orkan, N1 und Olis. In Reykjavik und entlang der Ringstraße gibt es ausreichend Tankstellen, aber mit zunehmender Abgelegenheit werden die Abstände größer. Im Hochland kann man 100 Kilometer und mehr zwischen zwei Zapfsäulen liegen. Wer mit leerem Tank aufbricht, riskiert viel.

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Außerhalb der Öffnungszeiten (und in abgelegenen Gebieten oft generell) funktionieren Tankstellen nur über Automaten mit PIN-Kreditkarte. Eine deutsche Kreditkarte mit PIN ist Pflicht. Debitkarten werden nicht immer akzeptiert – vorab beim Kartenaussteller checken.

Welche Verkehrsregeln sind in Island besonders wichtig?

Licht immer an, Tempolimit streng einhalten, auf Schotter deutlich langsamer fahren – isländische Blitzer und Kontrollen sind effektiv und teuer.

Auf Asphalt gilt innerorts 50 km/h, auf Landstraßen 90 km/h, auf Schotterpisten 80 km/h – wobei letzteres ein Maximum darstellt, das bei schlechter Sicht oder Regen weit unterschritten werden sollte. Das Fahren mit eingeschaltetem Licht ist ganztägig Pflicht. Schafe auf der Straße sind keine Touristenattraktion, sondern echte Unfallgefahr – sie stehen unvermittelt auf der Fahrbahn und bewegen sich unberechenbar.

Flussdurchquerungen: Was muss ich wissen?

Nur mit zugelassenem 4×4 und niemals allein – eine falsche Einschätzung der Wassertiefe kann das Fahrzeug irreparabel beschädigen.

Flussdurchquerungen sind für viele Reisende das aufregendste Element einer Hochlandrunde – und das gefährlichste. Die Faustregel: Immer erst aussteigen und zu Fuß prüfen. Tiefe, Strömung und Untergrund sind entscheidend. Nie als Erstes durch eine unbekannte Furt fahren – lieber warten und andere Fahrzeuge beobachten. Und wenn Zweifel bestehen, umkehren. Kein Foto und keine Abkürzung ist das Risiko wert.

Wie navigiere ich ohne Handyempfang?

Maps.me oder OsmAnd mit vorher heruntergeladenen Island-Karten sind die zuverlässigsten Offline-Optionen – GPS-Geräte sind eine sinnvolle Ergänzung.

Mobilfunkempfang existiert entlang der Ringstraße meist gut, im Hochland und in den Fjorden jedoch kaum. Wer auf Online-Navigation vertraut, steht plötzlich ohne Orientierung da. Offline-Karten-Apps lösen dieses Problem zuverlässig. Viele Mietwagenfirmen bieten GPS-Geräte zur Miete an – für rund 10 € pro Tag eine sinnvolle Versicherung für abgelegene Routen.

Was mache ich bei Unfall oder Panne?

Bei Unfällen immer die Notrufnummer 112 anrufen, den Mietwagenunternehmer sofort informieren und nichts ohne Dokumentation bewegen.

Island hat den Pannendienst über die Vereinigung FÍB organisiert, die rund um die Uhr erreichbar ist. Jede seriöse Mietwagenfirma legt beim Fahrzeug eine Notfallnummer bei – diese sollte man vor Reisebeginn im Handy speichern, nicht erst im Notfall suchen. Bei Unwetterbedingungen, die eine Weiterfahrt unmöglich machen, ist die sicherste Entscheidung immer: stehen bleiben und Hilfe anfordern.

Kaution: Wie viel und wie funktioniert das?

Die Kaution liegt je nach Fahrzeugklasse zwischen 200 und 1.500 € und wird ausschließlich per Kreditkarte blockiert – Barzahlung ist nicht möglich.

Die Kautionsblockierung erfolgt als temporäre Belastung der Kreditkarte, nicht als tatsächliche Abbuchung. Bei schadensfreier Rückgabe wird die Blockierung binnen weniger Tage aufgehoben – bei manchen Banken dauert das bis zu 14 Tage. Wer mit debit-Mastercard oder Prepaid-Karte reist, sollte das vorab klären: Viele isländische Anbieter akzeptieren nur klassische Kreditkarten für die Kaution.

Einwegmiete und Fahrzeugrückgabe außerhalb Reykjavik

Einwegmieten zwischen Keflavik und Akureyri sind möglich, kosten aber 50–200 € Aufpreis je nach Anbieter – manchmal lohnt sich der Vergleich trotzdem.

Wer die Insel nicht als Rundreise, sondern von Süd nach Nord oder umgekehrt erkundet, kann das Fahrzeug in Akureyri abgeben. Das spart Kilometer und Zeit. Die Gebühr variiert stark – manche Anbieter verlangen nichts, andere berechnen pauschale Gebühren. Direkt beim Anbieter nachfragen lohnt sich mehr als auf Vergleichsportale zu vertrauen.

Versteckte Kosten beim Island-Mietwagen

Zusatzfahrer, Kindersitze, GPS, Flughafen-Pickup-Gebühren und Tankpauschalen summieren sich schnell auf 100–300 € Aufpreis zum Basispreis.

Der ausgewiesene Tagespreis ist selten der Endpreis. Flughafen-Servicepauschalen (bis 30 € einmalig), junge-Fahrer-Zuschläge, Navigationssysteme und die unvermeidlichen Versicherungs-Upgrades machen aus einem scheinbar günstigen Deal schnell ein teures Paket. Wer die Gesamtkosten vor Buchung durchrechnet, vermeidet böse Überraschungen beim Check-out.

Brauche ich für die Ringstraße in Island wirklich einen 4×4?

Nein. Die Ringstraße ist vollständig asphaltiert und im Sommer mit jedem normalen PKW problemlos fahrbar. Ein 4×4 wird erst dann nötig, wenn F-Straßen oder Hochlandrouten geplant sind.

Ist eine Steinschlagversicherung in Island wirklich so wichtig?

Ja. Steinschlag auf Schotterpisten ist in Island extrem häufig. Eine beschädigte Windschutzscheibe ohne Versicherung kostet 500–800 €. Die tägliche Zusatzprämie von 10–15 € rechnet sich schnell.

Wann öffnen die F-Straßen in Island?

Meist zwischen Mitte Juni und Anfang Juli – je nach Winterschneelage variiert das. Der aktuelle Status ist täglich auf road.is abrufbar. Vor Abfahrt immer prüfen, nie auf Gerüchte verlassen.

Kann ich in Island mit Debitkarte tanken?

An bemannten Stationen oft ja, an Automaten häufig nur mit PIN-Kreditkarte. In abgelegenen Gebieten ist eine echte Kreditkarte mit PIN unverzichtbar – vorab beim Kartenanbieter klären.

Darf ich in Island abseits von Straßen fahren?

Nein, absolut nicht. Das isländische Naturschutzgesetz verbietet das Fahren abseits befestigter oder ausgewiesener Wege strikt. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern geahndet und hinterlassen sichtbare Schäden an der empfindlichen Vegetation.

Island belohnt Reisende, die sich vorbereiten. Die richtige Fahrzeugwahl, realistische Versicherungen und tägliche Straßenchecks machen den Unterschied zwischen einer entspannten Selbstfahrer-Rundreise und einer stressigen Pannenserie. Wer im Sommer die Ringstraße entlangfährt, braucht keinen Geländewagen – wer das Hochland erkunden will, kommt ohne echten 4×4 schlicht nicht weiter. Das Schöne an Island ist: Mit dem richtigen Fahrzeug und etwas Demut vor dem Wetter gehört das Land zu den lohnendsten Straßenreise-Destinationen Europas.

Redaktion
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